Mit Stefan Seuß (r.) und Benjamin Gründer präsentieren ihre 102,8 kg und 97,4 kg schwere Welse. Gefangen wurden die Fische in Italien im "Welscamp am Po" von Bernhard Heiner.
Am 17.03.2006 startete ich zusammen mit Benjamin Gründer einen 2 wöchigen Wallertrip an den Po. Anlaufstelle ist hier immer das Welscamp am
Po von Bernhard und Ute Heiner. Das Camp liegt im Mittellauf des Flusses, neben dem Örtchen Revere. Am 18.03. beluden wir unser Wallerboot und
drifteten ins Abenteuer. Die Wassertemperaturen waren zu Beginn sehr gering, an unsere Angelstelle zeigte das Echolot eine Temperatur von 9,2 Grad.
Wir befischten eine lange Sandbank, mit mäßiger Strömung, an der ich in den vergangenen Jahren immer gute Frühjahreswaller fangen konnte.
Nachts hatten wir regelmäßig Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. In den ersten drei Tagen fingen wir 7 Waller bis 71 Kilo.
Alle Welse standen sehr gut im Futter. Die meisten Bisse bekamen wir zwischen 23 Uhr und 8 Uhr am Morgen. In der Nacht vom 21.03. auf den 22.03. kam es dann
zu den Fängen der beiden Po-Riesen. In den folgenden Nächten stieg die Wassertemperatur langsam aber stetig an und wir konnten insgesamt 28 Waller landen.
Mein Waller zeigte eine beachtliche Länge von 2,48m und ein Gewicht von 102,8 Kilo. Der Bauchumfang war 1,62m. Der zweite von Benjamin gefangene Wels hatte
eine Länge von 2,41 und ein Gewicht von 97,4 Kilo. Sein Bauchumfang war 1,57m.
Das Frühjahr generell, ist eine Top Zeit zum Wallerfang, an allen Flüssen Europas. Mit steigenden Wassertemperaturen beginnen die Waller das Fressen.
Ich denke aber, dass der Po eines der stärksten Großwelspotentiale (Waller ab 70 Kilo) überhaupt bietet. Über das ganze Jahr werden hier
starke Waller gefangen.
Seit fünf Jahren zieht es mich an diesen gewaltigen Fluss in Italien. Ich besuche das Camp von Bernhard Heiner mehrmals im Jahr.
Die natürliche Schönheit der Poebene und die kampstarken Flusswaller lassen einen nicht mehr los.
Wir haben Grundmontagen mit Auftriebskörpern verwendet. Als Köder dienten uns hauptsächlich Brassen.
Die Köderfische präsentierten wir an einem Einzelhaken, in einer Wassertiefe von circa 3m.
In der Nacht des 21.03.06 bekam ich den Biss meines Lebens. Gegen 23:30Uhr schrie mein Carpsounder auf, die Rutenspitze der Rhino wurde in einem
Zuge nach unten gerissen und die Schnur lief von der Bremse. Schon beim Anschlag merkte ich, dass es sich hier um einen großen Fisch handeln musste.
Brachial stürmte mein Gegenüber los und versuchte in die Hauptströmung des Flusses zu gelangen. Nach 30 Minuten war mein rechter Arm fast taub.
Dem Druck des Wallers war kaum Stand zu halten. Nach 45 Minuten kam der Wels das erste Mal in Sichtweite und ließ das Uferwasser explodieren. Beim Versuch den
Riesen zu greifen, riss dieser mich, bei einer Körperdrehung in die Fluten des Po und der Kampf ging weiter. Als ich Boden unter die Füße bekam,
gewann ich die Oberhand und zog den Fisch aufs Ufer. Im gleichen Moment sehe ich wie Benjamin an die zweite Rute stürzt. Auch hier folgt einer der härtesten
Drills, die ich in meiner Zeit als Wallerangler miterleben durfte. Nach 1 Stunde schafft es auch Benjamin den 2.Waller sicher zu greifen.
Beim ersten Messen der Fische wusste ich sofort was geschlagen hatte, der Traum eines jeden Walleranglers lag in doppelter Ausführung vor uns.
Ich hatte bis dato noch nie einen Waller über 2,40m live gesehen.
Ich habe in Spanien mehrere Fische über 2m gefangen, die schwersten darunter hatten über 140 Pfund. Am Rhein habe ich auch schon die 120 Pfund Marke geknackt,
am Neckar warte ich noch auf den 2m Waller. Am Po konnte ich in den vergangenen Jahren einige starke Waller bis 2,30m landen. Mein alter Rekord von 168 Pfund
kam 2004 aus diesem italienischen Fluss.
Die Kriterien solch einer Anmeldung sind sehr streng. Es müssen Staatsbeamte bei der Gewichts- und Längenermittlung des Wallers vor Ort sein. Hauptschnur und Vorfach
muss eingesendet werden. Nur geeichte und zertifizierte Waagen werden anerkannt. Der ganze Vorgang muss auf Video von weiteren Zeugen festgehalten werden.
Ohne die Hilfe von Bernhard Heiner wäre das alles in einem fremden Land nicht möglich gewesen. Beide Waller brechen denn aktuell bestehenden IGFA Weltrekord
in nur einer Nacht!
Rute:Rhino DF Big Fish 2,85m, 300gr Wg
Rolle:Quantum Crypton Big Pit 770
Schnur: Quantum Catfishline 0,50mm, 50kg
Schnur: Zebco Rhino Braid 0,30mm, 22,5kg
Stefan Seuß
Quelle: Zebco Sports Europe