
In den Jugendjahren lernt man viel, da ist das Leben ein wahres Kinderspiel.
Doch wächst man nach und nach heran, fängt man bereits zu rudern an.
Und ist das Mädel 18 Jahr, der Jüngling aber 20 gar.
Ja dann ist die allerschönste Zeit, da ist man jederzeit bereit.
Und kommt man in die Jahre dreißig, ist man Tag und Nacht noch immer fleißig.
Ja da schafft man sich ein Weibchen an, damit man feste rudern kann.
Und kommt man in die Jahre vierzig, ja da ist das Leben noch gewürzig.
Und man hört die Kinder "Papa" schrei'n, die Mama will gerudert sein.
Und kommt man in die Jahre fünfzig, ja da wird das Leben erst vernünftig.
Und man schafft sich eine "Zweite" an, die's besser als die "Erste" kann.
Mit sechzig Jahren fällt's ihm schwer, denn der Mastbaum der steht auch nicht mehr.
Und er kann beim allerbesten Will'n, seine Pflicht nicht mehr erfüllen.
Mit siebzig Jahren ist man alt, die Kabine die wird eisig kalt.
Nimmt er einen langen Anlauf dann, dass er nochmal wie früher kann.
Mit achzig Jahren schon ein Greiß, und die Haare sind ganz silberweiß.
Es bleibt ihm nur noch die Hoffnung dann, dass er im Jenseits rudern kann.
Mit neunzig Jahr'n am Himmelstor, da spricht er sogleich beim Petrus vor.
Und stellt auch gleich die Frage dann, ob er im Himmel rudern kann.
Der Petrus drückt ein Auge zu, er weiß, der Kerl gibt doch kei' Ruh.
Und bringt ihm ein Dutzend Engel an, damit er himmlisch rudern kann.
Denn ist man oben erst im Himmel, wächst vielleicht alsbald ein neuer Pimmel.
Und dann fängt das Leben von vorne an, damit man wieder rudern kann.